Manchmal muss man Züge auch rangieren, etwa um sie in ein Abstellgleis zu bringen oder um Wagen an einen Zug anzuhängen. Außerplanmäßige Ereignisse können aber auch Rangierfahrten nötig machen.
Zur schnellen Unterscheidung, welche Methode anzuwenden ist, kann man auch in den Gruppentastenblock über dem Gleisbild schauen: Ist dort eine Taste „Rf“ vorhanden, muss die Vorgehensweise ohne Schutzsignale benutzt werden. In Stellwerken mit Schutzsignalen findet sich dort stattdessen die Taste „Sh“.
Besitzt das Stellwerk keine Schutzsignale, können Rangierfahrten mit ganz normalen Fahrstraßen oder mit gesonderten Rangierfahrstraßen durchgeführt werden. Lediglich zur Einfahrt in ein besetztes Gleis ist immer eine Rangierfahrstraße erforderlich.
Um eine Rangierfahrstraße einzustellen, muss man das letzte Signal vor dem besetzten Gleis in den Rangiermodus bringen.
Hierzu betätigt man erst die Taste des Startsignals und dann die Taste „Rf“. Nun wird am Startsignal ein roter Streifen blinken:
Nun stellt man die Fahrstraße mittels normaler Bedienung, also erst Startsignal und dann Zielsignal, ein. Ist alles richtig verlaufen, so erscheint eine Fahrstraße und der rot blinkende Balken wechselt zu einem türkisen Standbalken:
Sollte das Start- oder Zielsignal oder eine im Fahrweg liegende Weiche gestört sein, so funktioniert auch die Rangierfahrstraße nicht! Alternativ muss hier das Ersatzsignal angeschaltet oder auf Befehl gefahren werden. Ferner können Rangierfahrstraßen keine andere Fahrstraße kreuzen oder gespeichert werden.
Nach Beendigung der Rangierfahrt löst die Rangierfahrstraße wie die normale Fahrstraße durch Zugeinwirkung auf. Man muss hier nichts extra schalten.
Besitzt das Stellwerk Schutzsignale, werden diese zur Durchführung von Rangierfahrten benutzt. Einige Hauptsignale (in der Regel sind dies Zwischen- oder Ausfahrsignale von Bahnhöfen) können auch als Schutzsignale fungieren und das Signalbild „Sh1“ für Rangierfahrten zeigen. Diese Signale, sog. „Hauptsperrsignale“, sind an den vergrößerten Signalsymbolen erkennbar.
Ein Hauptsperrsignal in der Stellung Sh1.
Schutzsignale verfügen über eine graue Taste im Gleisbild. Hauptsperrsignale besitzen grundsätzlich eine rote Taste, können aber darüber hinaus auch eine graue Taste haben.
In Stellwerken mit Schutzsignalen gibt es keine Taste „Rf“ mehr. Statt dessen werden Rangierfahrstraßen wie normale Zugfahrstraßen eingestellt - vom Start- zum (nächsten) Zielsignal. Eine Rangierfahrstraße wird dann gebildet, wenn mindestens eine der Signaltasten, die zur Fahrstraßeneinstellung bedient werden, grau ist. Das bedeutet insbesondere, dass von und zu Schutzsignalen nur Rangierfahrstraßen möglich sind.
Zum Kuppeln können Rangierfahrstraßen auch in besetzte Gleise führen. Jedoch ist zu beachten, dass alle zu befahrenen Weichen frei sein müssen!
Im Falle von Störungen kann ein Schutzsignal auch ohne Fahrstraße in die Fahrtstellung gebracht werden. Dazu ist zuerst die Taste des Schutzsignals anzuklicken und anschließend die Taste „Sh“ über dem Gleisbild.
Rangierfahrten können aufgelöst werden, indem - analog zu Zugfahrstraßen - zuerst die Signaltaste des Startsignals und anschließend die Taste „Fs auflösen“ im grünen Tastenblock oben links betätigt wird.
Mit Hilfe der UFGT können auch Umfahr-Rangierstraßen gebildet werden. Rangierfahrstraßen können allerdings nicht gespeichert werden.